
Wann hat man Fieber? Schwellen Erwachsene, Kinder, Baby
Jeder kennt das Gefühl: Die Stirn fühlt sich warm an, das Thermometer zeigt eine Zahl an, und plötzlich fragt man sich, ob das noch normal ist oder ob man schon krank ist. Die Verwirrung kommt nicht von ungefähr – denn je nachdem, wo man misst und wen man fragt, gelten unterschiedliche Schwellenwerte. Dieser Artikel liefert einen Überblick über die geltenden Fiebergrenzen für Erwachsene, Kinder und Babys, vergleicht die Messmethoden und erklärt, ab wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.
Normale Körpertemperatur: 36,5–37,5 °C · Subfebrile Temperatur: 37,5–38,0 °C · Leichtes Fieber: 38,1–38,5 °C · Mäßiges Fieber: 38,6–39,0 °C · Hohes Fieber ab: 39,1 °C
Kurzüberblick
- Normale Körpertemperatur Erwachsene rektal: 36,5–37,5 °C (Apotheken Umschau)
- Fieber bei Erwachsenen rektal ab 38,2 °C (Apotheken Umschau)
- Fieber bei Kindern rektal ab 38,5 °C (AWMF-Leitlinie)
- Säuglinge unter 3 Monaten: Fieber ab 38,0 °C (AWMF-Leitlinie)
- AWMF S3-Leitlinie Fiebermanagement aktualisiert im Juli 2025 (AWMF)
- Berufsverband Kinderärzte empfiehlt seit 2022: Fiebersenkung erst ab 39 °C (KVHH Journal)
- Säuglinge unter 3 Monaten mit Fieber über 38,0 °C: sofort zum Arzt (AWMF-Leitlinie)
- Erwachsene ab 40 °C Fieber: ärztliche Abklärung notwendig (Apotheken Umschau)
- Hyperpyrexie über 41 °C: lebensbedrohlich, sofortige Behandlung nötig (aponorm)
| Parameter | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Normale Temperatur | 36,5–37,5 °C | Internisten im Netz |
| Fieber ab | 38 °C | Kindergesundheit-info.de |
| Hohes Fieber | 39–41 °C | Apotheken Umschau |
| Gefahr ab | 41 °C | Barmer |
Ist 37 Grad schon Fieber?
Eine Temperatur von 37 °C liegt im Grenzbereich und gilt nach den meisten medizinischen Quellen in Deutschland noch nicht als Fieber. Die Internisten im Netz definieren die normale Körpertemperatur bei Erwachsenen mit 36,5–37,4 °C. Werte zwischen 37,5 und 38,0 °C werden als subfebril bezeichnet – also erhöht, aber noch nicht im Fieberbereich.
Normale Temperaturbereiche
Die normale Körpertemperatur schwankt selbst bei gesunden Menschen im Laufe des Tages. Nachmittags und Abendstunden liegen die Werte natürlicherweise etwas höher als am Morgen. Laut Kindergesundheit-info.de (BZgA) beträgt die normale Temperatur bei Kindern 36,5–37,5 °C. Bei Erwachsenen gibt Barmer den Bereich von 36,5–37,4 °C als normal an.
Subfebrile Werte
Eine subfebrile Temperatur von 37,5–38,0 °C deutet auf eine beginnende Infektion oder Entzündung hin, bedeutet aber nicht automatisch, dass eine Behandlung nötig ist. Helios Gesundheit stuft Erwachsene mit Werten zwischen 37,5 und 38 °C als „erhöht” ein – Fieber im eigentlichen Sinne beginnt erst darüber.
Wer bei 37 °C noch keine weiteren Symptome hat – keine Abgeschlagenheit, kein Schüttelfrost – kann in der Regel abwarten. Treten jedoch Begleiterscheinungen auf, sollte man die Temperatur im Auge behalten und gegebenenfalls erneut messen.
Ist 37,5 eine hohe Temperatur?
Mit 37,5 °C befindet man sich an der Schwelle zur subfebrilen Temperatur. Mediziner sehen darin noch keine Alarmstufe, aber auch keinen Wert, den man ignoriert. Die Apotheken Umschau ordnet erhöhte Temperatur bei Erwachsenen zwischen 37,6 und 38,1 °C ein. Der eigentliche Fieberbeginn liegt rektal gemessen bei 38,2 °C.
Schwellen je Alter
Die Altersgruppe spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewertung. Bei Säuglingen unter 3 Monaten gilt bereits eine Temperatur ab 38,0 °C als Fieber – hier ist die AWMF-Leitlinie eindeutig (AWMF). Bei älteren Kindern und Erwachsenen verschiebt sich die Schwelle auf 38,5 °C bzw. 38,0–38,2 °C.
Messmethoden-Unterschiede
Je nachdem, wo das Thermometer angesetzt wird, fallen die Werte unterschiedlich aus. Die aponorm erklärt, dass die rektale Messung als Goldstandard gilt und die höchsten Werte liefert. Bei axillarer Messung liegt die Fieberschwelle für Erwachsene bei 37,4 °C, bei oraler Messung etwas höher.
Wer mit einem Ohrthermometer misst, sollte beachten, dass die Ohrthermometrie erst ab einem Jahr zuverlässige Werte liefert (AOK). Bei Babys unter 12 Monaten ist die rektale Messung genauer.
Was ist leichtes Fieber?
Leichtes Fieber bezeichnet den Bereich von 38,1 bis 38,5 °C – je nach Quelle und Messort variieren die Angaben minimal. Die Internisten im Netz ordnen 38,1–38,5 °C als leichtes Fieber ein, während die DocMorris erhöhte Temperatur bereits ab 37,5 °C beginnen lässt.
Fieberstufen-Tabelle
Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Fieberstufen im Vergleich zwischen rektaler und axillarer Messung. Die Differenz von etwa 0,5 °C muss bei der Interpretation berücksichtigt werden.
| Stufe | Temperatur (rektal) | Temperatur (axillar) |
|---|---|---|
| Normal | 36,5–37,4 °C | 35,9–36,9 °C |
| Erhöht | 37,5–38,0 °C | 36,5–37,4 °C |
| Leichtes Fieber | 38,1–38,5 °C | 37,5–38,0 °C |
| Mäßiges Fieber | 38,6–39,0 °C | 38,1–38,5 °C |
| Hohes Fieber | 39,1–41,0 °C | 38,6–40,5 °C |
| Hyperpyrexie | > 41,0 °C | > 40,5 °C |
Die axillaren Werte liegen etwa 0,5 °C unter den rektalen Werten (aponorm). Das erklärt, warum ein und derselbe Messwert je nach Messort unterschiedlich interpretiert werden muss.
Symptome bei leichtem Fieber
Bei leichtem Fieber spüren viele Betroffene erste Anzeichen wie Müdigkeit, leichten Kopfdruck oder ein Wärmegefühl. Apotheken Umschau weist darauf hin, dass Fieber eine sinnvolle Abwehrreaktion des Körpers ist – die erhöhte Temperatur hilft dem Immunsystem, Erreger zu bekämpfen.
„Leichtes Fieber sollte nicht automatisch gesenkt werden. Es signalisiert dem Körper, dass er aktiv gegen eine Infektion kämpft.”
— Apotheken Umschau
Leichtes Fieber ist in den meisten Fällen harmlos und signalisiert, dass der Körper seine Immunabwehr aktiviert hat. Wer sich dennoch unwohl fühlt, kann auf Hausmittel zurückgreifen.
Ab wann hat man Fieber bei Kindern?
Bei Kindern gelten andere Schwellenwerte als bei Erwachsenen. Die AWMF S3-Leitlinie definiert Fieber bei Kindern ab einer rektalen Temperatur von ≥ 38,5 °C. Besonders bei Säuglingen unter 3 Monaten ist die Schwelle niedriger: Bereits ≥ 38,0 °C gilt als Fieber und erfordert ärztliche Abklärung.
Babys und Kleinkinder
Bei Babys unter 3 Monaten gilt laut Deutschem Apotheken Portal jedes Fieber über 38,5 °C als Notfall, der sofortige ärztliche Behandlung erfordert. Bei Kindern zwischen 3 Monaten und 3 Jahren kann man bis 38,5 °C in der Regel zu Hause beobachten, sofern keine weiteren Warnzeichen auftreten.
Messungstipps
Die rektale Messung bleibt bei Babys und Kleinkindern der Goldstandard, weil sie der Kerntemperatur am nächsten kommt. Die AOK bestätigt, dass der Normalwert bei rektaler Messung bei 37,8 °C liegt. Für die Achselmessung empfiehlt das Deutsche Apotheken Portal, eine schützende Creme zu verwenden, um die empfindliche Haut des Babys zu schonen.
Kinder unter 3 Monaten mit Fieber über 38,0 °C sollten umgehend ärztlich untersucht werden. Bei älteren Kindern empfiehlt die BZgA einen Arztbesuch, wenn das Fieber über 39,0 °C steigt oder länger als 24 Stunden anhält. Für weitere Informationen zum Thema Fieber, wie beispielsweise zur Nutzung des Espace Santé Ameli, können Sie sich an die genannten Quellen wenden.
Eltern sollten den Allgemeinzustand des Kindes aufmerksam beobachten – nicht nur das Thermometer liefert wichtige Informationen, sondern auch Verhalten, Trinklust und Atmung.
Sollte man leichtes Fieber behandeln?
Die Frage, ob leichtes Fieber behandelt werden sollte, wird in der Medizin unterschiedlich beantwortet. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen rät Eltern, fiebersenkende Mittel erst bei Temperaturen deutlich über 39 °C einzusetzen. Bei Erwachsenen empfiehlt die Apotheken Umschau, ab 38 °C auf den Körper zu hören und bei Bedarf zu handeln.
Wann zum Arzt
Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen gibt es klare Grenzen, ab denen ein Arztbesuch unerlässlich ist. Die Barmer rät Erwachsenen, bei Fieber über 40 °C ärztliche Hilfe aufzusuchen. Bei anhaltendem Fieber über 38 °C, das länger als drei Tage dauert, sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden.
Hausmittel
Bewährte Hausmittel bei leichtem Fieber umfassen Bettruhe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und das Kühlen der Stirn mit einem feuchten Tuch. Die BZgA rät bei Kindern zu Wadenwickeln, sobald das Fieber über 39 °C steigt – dabei sollte man den Zustand des Kindes aufmerksam beobachten und bei Verschlechterung ärztliche Hilfe suchen. Bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren empfiehlt sich eine frühzeitige ärztliche Vorstellung, wenn das Fieber über 38,5 °C ansteigt und von Lethargie, Trinkverweigerung oder Atemnot begleitet wird.
„Die AWMF-Leitlinie definiert Fieber bei Kindern als Körpertemperatur von ≥ 38,5 °C. Bei Kindern unter 3 Monaten gilt bereits eine Temperatur von ≥ 38,0 °C als Fieber.”
— AWMF S3-Leitlinie, 2025
„Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen rät Eltern dazu, erst bei einer Temperatur deutlich über 39 °C fiebersenkende Mittel anzuwenden.”
— Berufsverband Kinder- und Jugendärzte
Leichtes Fieber ist kein Grund zur Panik – aber ein Signal des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Für Eltern kleiner Kinder gilt: Den Allgemeinzustand beobachten, nicht nur das Thermometer. Bei Unsicherheit lieber einmal mehr zum Arzt als einmal zu wenig.
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Häufig gestellte Fragen
Wie misst man Fieber richtig?
Die rektale Messung gilt als genaueste Methode, da sie der Kerntemperatur am nächsten kommt. Für Säuglinge und Kleinkinder ist sie weiterhin der Goldstandard. Bei älteren Kindern und Erwachsenen kann auch oral oder axillar gemessen werden – dabei sollte der Messwert entsprechend angepasst werden: oral +0,3 bis +0,5 °C, axillar −0,5 °C.
Welche Messorte sind genau?
Rektal liefert die genauesten Werte für die Kerntemperatur. Ohrthermometer sind ab einem Jahr zuverlässig einsetzbar. Axillare und orale Messungen sind weniger genau und erfordern eine Anpassung des Schwellenwerts.
Wann ist Fieber gefährlich?
Fieber wird ab 39 °C als hohes Fieber eingestuft. Ab 40 °C bei Erwachsenen und ab 41 °C (Hyperpyrexie) besteht akute Lebensgefahr durch Zerstörung körpereigener Eiweiße. Bei Säuglingen unter 3 Monaten ist bereits ab 38,0 °C sofortige ärztliche Abklärung erforderlich.
Was hilft gegen Fieber?
Bewährte Maßnahmen sind Bettruhe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Wadenwickel bei Fieber über 39 °C. Fiebersenkende Medikamente sollten erst ab 38,5–39 °C und nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden.
Unterschied subfebrile und Fieber?
Subfebrile Temperatur (37,5–38,0 °C) zeigt eine leicht erhöhte Körpertemperatur an, die auf eine beginnende Infektion hinweisen kann. Echte Fieber beginnt erst ab 38,0–38,5 °C rektal gemessen und erfordert bei anhaltendem Verlauf ärztliche Abklärung.
Fieber bei Baby: Wann Arzt?
Bei Säuglingen unter 3 Monaten gilt jede Temperatur ab 38,0 °C als Notfall. Bei Babys zwischen 3 und 12 Monaten sollte ab 38,5 °C ein Arzt aufgesucht werden, wenn das Fieber länger als 24 Stunden anhält oder von weiteren Symptomen begleitet wird.
Tageszeit beeinflusst Temperatur?
Ja, die Körpertemperatur schwankt natürlicherweise im Tagesverlauf. Am niedrigsten ist sie in den frühen Morgenstunden, am höchsten am späten Nachmittag und Abend. Diese tageszeitlichen Schwankungen von bis zu 0,5 °C sollten bei der Beurteilung berücksichtigt werden.
Für Eltern kleiner Kinder ergibt sich aus all dem eine klare Linie: Die Temperaturschwelle allein bestimmt nicht über die Dringlichkeit eines Arztbesuchs – entscheidend ist der Gesamtzustand des Kindes. Säuglinge unter 3 Monaten und Fieber über 38,0 °C bleiben jedoch eine eindeutige Ausnahme, bei der kein Zögern erlaubt ist. Erwachsene wiederum können bei ansonsten gesundem Zustand leichteres Fieber bis 38,5 °C oft selbst managen – Bettruhe, viel trinken und beobachten reichen in der Regel aus, bis die Körpertemperatur wieder sinkt.