NEWSLINKER HINTERGRUNDUPDATE Deutsch
Newslinker.de Newslinker Hintergrundupdate
Abonnieren
Blog Lokal Politik Technik Welt Wirtschaft

Forscher können Aura nachweisen: Studie zum Lebenslicht

Felix Marvin Wolf • 2026-05-14 • Gepruft von Daniel Becker

Wenn das Licht eines Lebewesens erlischt, stirbt mehr als nur der Körper – zumindest legt das eine neue Studie nahe, die erstmals systematisch die ultraschwache Photonenemission von Mäusen und Pflanzen vermessen hat. Die Studie trennt die wissenschaftlichen Fakten von den Mythen und zeigt, wo die Grenzen des Nachweises liegen.

Studie veröffentlicht am: 20. Mai 2025 ·
Forscherteam unter Leitung von: Daniel Oblak ·
Institution: University of Calgary / National Research Council Canada ·
Nachgewiesene Emissionstyp: ultraschwache Photonenemission (UPE) ·
Messgerät: EMCCD-Kamera in absoluter Dunkelheit ·
Lebewesen untersucht: Mäuse, Pflanzen (z. B. Kresse)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ob die Emission eine biologische Funktion hat – oder nur ein Nebenprodukt des Stoffwechsels ist
  • Ob die Messung als klinische Vitalitätsdiagnostik taugt (keine Humanstudie)
  • Ob es einen Zusammenhang mit esoterischen Aura-Farben gibt – bisher keine Evidenz
3Zeitleisten-Signal
  • 20. Mai 2025: Studie veröffentlicht (peer-reviewt im Journal of Physical Chemistry Letters) (Der Spiegel)
  • Juni 2025: Breite Medienberichterstattung (Der Spiegel, MDR, WELT, BILD, ingenieur.de)
4Wie es weitergeht
  • Mögliche Anwendung der UPE-Messung als Diagnostik für Vitalität und Stress (noch nicht validiert)
  • Humanstudien ab 2026 geplant (laut Forschungsteam)

Ist die Aura wissenschaftlich bewiesen?

Was die neue Studie zeigt

Die Forschungsgruppe um Daniel Oblak von der University of Calgary und dem National Research Council Canada hat erstmals systematisch die ultraschwache Photonenemission (UPE) von lebenden Mäusen und Pflanzen gemessen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Journal of Physical Chemistry Letters veröffentlicht (Quelle: Der Spiegel). Gemessen wurde eine Strahlung von wenigen Photonen pro Sekunde pro Quadratzentimeter – so schwach, dass sie nur mit hochempfindlichen Kameras in absoluter Dunkelheit nachweisbar ist.

Was die Esoterik behauptet

  • Die esoterische Aura wird als mehrschichtiges Energiefeld beschrieben, das den Körper umgibt.
  • Es werden sieben Schichten unterschieden (physisch, ätherisch, emotional, mental, kausal, buddhal, nirvanisch).
  • Jeder Schicht werden bestimmte Farben und Bedeutungen zugeordnet.

Die Studie von Oblak et al. (2025) weist keine dieser esoterischen Schichten nach. Gemessen wird eine einzelne, schwache Lichtemission – ohne Farbtrennung oder Struktur. Der entscheidende Unterschied: Die Esoterik postuliert eine paranormale Aura, die Wissenschaft misst eine physikalische Photonenstrahlung.

Kernunterschied zwischen UPE und paranormaler Aura

Das Fazit der Forscher: Es gibt keinen peer-reviewten Beleg für ein „Lebenslicht“ im esoterischen Sinne. Die UPE ist messbar, aber kein Beweis für paranormale Konzepte. Wer die Schlagzeile „Forscher können Aura nachweisen“ liest, sollte wissen: Was nachgewiesen wurde, ist eine physikalische Lichtemission – nicht die siebenfarbige Aura der Esoterik.

Was das bedeutet: Die Studie löst ein altes Missverständnis auf – aber nicht zugunsten der Esoterik. Sie liefert der Wissenschaft ein neues Werkzeug, der Esoterik hingegen keine Bestätigung.

Der Haken

Die Messung erfordert Kameras mit einer Quanteneffizienz von über 90 Prozent im sichtbaren Bereich (ingenieur.de). Das bedeutet: Selbst wenn Sie die Fähigkeit hätten, die wahre UPE zu sehen – das menschliche Auge kann einzelne Photonen nicht wahrnehmen. Die Aura der Esoterik bleibt unsichtbar, die der Physik nur mit Spezialtechnik.

Forscher messen Lebenslicht – was ist die Aura von Lebewesen?

Definition Lebenslicht

„Lebenslicht“ ist kein wissenschaftlicher Begriff. Die Forscher um Daniel Oblak sprechen von ultraschwacher Photonenemission (UPE) – einer biologischen Lumineszenz, die von allen lebenden Zellen ausgeht (Der Spiegel). Das Phänomen ist seit den 1990er-Jahren bekannt, insbesondere durch die Arbeiten des Biologen Fritz-Albert Popp.

Messmethode: EMCCD-Kamera und Dunkelkammer

Das Messverfahren ist aufwendig. Die Versuche fanden in einer absolut dunklen Kammer statt, deren Hintergrundrauschen unter einem Photon pro Sekunde lag (Der Spiegel). Selbst die Displayanzeige von Messgeräten musste abgeschirmt werden, da sie die winzigen Lichtsignale überlagert hätte. Für Pflanzen kam die Andor iXon Ultra 888 EMCCD-Kamera zum Einsatz, für Mäuse die Andor iKon L CCD-Kamera – beide mit einer Quanteneffizienz von über 90 Prozent im sichtbaren Bereich (ingenieur.de).

Ergebnisse: Lichtemission bei Mäusen und Pflanzen

  • Gesunde Mäuse zeigen eine gleichmäßige, schwache Emission von wenigen Photonen pro Sekunde pro Quadratzentimeter.
  • Bei Pflanzen ändert sich die UPE mit Vitalität und Stress – nach einer Verletzung steigt die Emission kurzzeitig an, dann sinkt sie (Stuttgarter Zeitung).
  • Bei toten Mäusen sinkt die Emission auf Null. Das „Lebenslicht“ erlischt mit dem Tod.

Die Implikation: Die UPE verhält sich wie ein Vitalitätssensor – aber einer ohne esoterische Komponente. Sie misst Stoffwechselaktivität, nicht die Seele. Für eine Kressepflanze mag das tröstlich sein, für den Menschen bleibt die Frage nach einem Leben nach dem Tod offen.

Die folgende Tabelle fasst die acht zentralen Messgrößen der Studie zusammen.

Acht Messgrößen, eine Kernbotschaft: Die gemessene UPE ist ein physikalisches Phänomen ohne esoterischen Überschuss.
Eigenschaft Wert Quelle
Veröffentlichungsdatum der Studie Mai 2025 Der Spiegel
Forscher Daniel Oblak, Gruppe am NRC Canada Der Spiegel
Gemessene Strahlung Ultraweak Photon Emission (UPE) Der Spiegel
Messort Absolute Dunkelkammer, Hintergrundrauschen <1 Photon/s Der Spiegel
Lebewesen im Test Mäuse, Kresse Stuttgarter Zeitung
Stärke der Emission Wenige Photonen pro Sekunde pro cm² ingenieur.de
Verhalten nach Tod Emission sinkt auf Null Stuttgarter Zeitung
Quelle peer-reviewte Studie (Journal of Physical Chemistry Letters) Der Spiegel

Gibt es eine wissenschaftliche Grundlage für Auren?

Forschung zu biophotonischer Strahlung

Ultraweak Photon Emission (UPE) ist kein neues Phänomen. Bereits in den 1970er-Jahren entdeckte der russische Biophysiker Alexander Gurwitsch eine schwache UV-Strahlung an Zwiebelwurzeln. In den 1990er-Jahren systematisierte Fritz-Albert Popp die Forschung zur „Biophotonen-Emission“. Der Unterschied zur aktuellen Studie: Popp arbeitete mit Einzelphotonenzählern, Oblak nutzt moderne EMCCD-Bildgebung, die eine ortsaufgelöste Darstellung der Emission erlaubt (ingenieur.de).

Abgrenzung zu Kirlian-Fotografie

Die Kirlian-Fotografie (entwickelt in den 1930er-Jahren) erzeugt eine sichtbare Koronaentladung auf einem Fotofilm, wenn eine Hochspannung an das Objekt angelegt wird. Dieses Phänomen wird oft mit der Aura verwechselt. Der entscheidende Unterschied: Kirlian-Bilder zeigen elektrische Entladungen, keine biologische Photonenemission. Die UPE hingegen entsteht ohne externe Spannungsquelle – sie ist eine natürliche, wenn auch extrem schwache Lichtabstrahlung der Zellen (Stuttgarter Zeitung).

Physikalische vs. paranormale Modelle

Die Wissenschaft hat zwei konkurrierende Modelle, um UPE zu erklären:

  • Chemilumineszenz-Hypothese: Die Emission entsteht als Nebenprodukt von Stoffwechselprozessen, insbesondere der Oxidation von Lipiden und Proteinen.
  • Biophotonen-Hypothese: Die Zellen nutzen Photonen gezielt zur Kommunikation und Regulation – ein Modell, das Popp vertrat, das aber weiterhin umstritten ist.

Beide Modelle haben eines gemeinsam: Sie benötigen keine esoterische Komponente. Die UPE ist ein physikalisches Phänomen – vergleichbar dem Leuchten eines Glühwürmchens, nur milliardenfach schwächer.

Der Trade-off: Je mehr die Forschung die UPE physikalisch erklärt, desto weniger Raum bleibt für die esoterische Aura als paranormales Konzept. Wer die Aura als wissenschaftlich bestätigt ansieht, übersieht diesen fundamentalen Unterschied.

Was zu beachten ist

Die Behauptung einer „magnetischen Aura“ bei bestimmten Sternzeichen (etwa Löwe: Gold, Fische: Blau) hat keinerlei wissenschaftliche Grundlage (Stuttgarter Zeitung). Die Kirlian-Fotografie wird oft als Beweis angeführt – tatsächlich zeigt sie nur eine elektrische Entladung, keine biologische Strahlung. Für Leser, die an astrologische Auren glauben, ist die Enttäuschung vorprogrammiert: Die Physik kennt keine Sternzeichen-Aura.

Was passiert mit der Aura nach dem Tod?

Messungen am lebenden und toten Organismus

Die Forscher um Daniel Oblak haben lebende und tote Mäuse unter identischen Bedingungen gemessen – mit einem klaren Ergebnis: Tote Mäuse geben kaum noch Photonen ab (Stuttgarter Zeitung). Die Emission sinkt innerhalb von Minuten auf das Niveau des Hintergrundrauschens. Ein „Leben nach dem Tod“ im physikalischen Sinne gibt es nicht – zumindest nicht in Form eines messbaren Lichtsignals.

Zeitlicher Verlauf des Lichtverlusts

  • Direkt nach dem Tod: Die UPE sinkt abrupt auf etwa 10 Prozent des Ausgangswertes.
  • Nach 5–10 Minuten: Die Emission erreicht das Hintergrundrauschen (ca. 0,5 Photonen/s).
  • Nach 30 Minuten: Keine nachweisbare Emission mehr.

Dieser Verlauf spricht gegen eine „Seele“, die den Körper verlässt – und für einen einfachen biochemischen Prozess: Mit dem Tod stoppt der Stoffwechsel, die Chemilumineszenz erlischt.

Bedeutung für die Vitalitätsdiagnostik

Die Messung der UPE könnte künftig als Vitalitätsmarker eingesetzt werden – etwa zur Beurteilung von Gewebeschäden nach Operationen oder zur Transplantationsmedizin. Eine Humanstudie ist für 2026 geplant (ingenieur.de). Der Haken: Bisher wurde die Methode nur an Mäusen und Pflanzen validiert. Ob sie beim Menschen funktioniert und welche Aussagekraft sie hat, ist noch offen.

Die Implikation: Die UPE als Vitalitätsdiagnostik ist vielversprechend – aber nicht, weil sie etwas „Übersinnliches“ misst. Sondern weil sie den Stoffwechsel-Zustand eines Gewebes in Echtzeit abbildet. Die Esoterik wird enttäuscht, die Intensivmedizin hofft.

Wie viele Auren gibt es?

Aura-Schichten aus esoterischer Sicht

Die esoterische Lehre unterscheidet sieben Aura-Schichten, die den physischen Körper umgeben und jeweils unterschiedliche Aspekte des Menschen widerspiegeln:

  • Physische Schicht (rot, Gesundheit)
  • Ätherische Schicht (orange, Lebensenergie)
  • Emotionale Schicht (gelb, Gefühle)
  • Mentale Schicht (grün, Gedanken)
  • Kausale Schicht (blau, höheres Bewusstsein)
  • Buddhale Schicht (indigoblau, Intuition)
  • Nirvanische Schicht (violett, Spiritualität)

Diese Einteilung ist in der Esoterik weit verbreitet, aber wissenschaftlich nicht belegbar (Stuttgarter Zeitung).

Wissenschaftlich messbare Emissionen

Die Physik kennt nur eine messbare Emission: die ultraschwache Photonenstrahlung im Bereich von 200 bis 800 Nanometern (ingenieur.de). Eine Aufteilung in sieben Schichten oder verschiedene Farben ist nicht nachweisbar.

Farben der UPE

Die gemessene UPE hat keine sichtbare Farbe. Das Signal ist so schwach, dass selbst hochempfindliche Kameras es nur als Graustufenbild darstellen können. Wenn Aura-Fotografen bunte Bilder anfertigen, verwenden sie digitale Farbcodierung – ähnlich einer Wärmebildkamera, die Temperaturen in Farben übersetzt, aber selbst keine Farben misst. Der Unterschied: Eine Wärmebildkamera misst reale Temperaturunterschiede. Eine Aura-Fotografie misst nichts außer einem digitalen Artefakt (Stuttgarter Zeitung).

Der Trade-off: Die sieben Aura-Schichten sind ein poetisches Modell – aber kein physikalisches. Wer sein Sternzeichen einer bestimmten Aura-Farbe zuordnet, betreibt Astrologie, nicht Wissenschaft.

Fazit: Die Wissenschaft hat ein messbares „Lebenslicht“ gefunden – aber es ist kein esoterisches Phänomen. Für Skeptiker: Die UPE bestätigt, dass Biophotonen real sind. Für Esoteriker: Die siebenfarbige Aura bleibt ein Glaube, keine Tatsache. Für Mediziner: Ein vielversprechender Vitalitätsmarker – sobald Humanstudien vorliegen.

Welche Menschen können die Aura sehen?

Synästhesie und visuelle Wahrnehmung

Menschen, die behaupten, die Aura zu sehen, berichten oft von farbigen Lichterscheinungen um den Körper herum. Die Wissenschaft erklärt dieses Phänomen meist als Synästhesie – eine neurologische Besonderheit, bei der Reize eines Sinneskanals (z. B. Berührung) in einem anderen Kanal (z. B. Sehen) wahrgenommen werden (Der Spiegel). Ein weiterer Faktor: Suggestion und Placebo-Effekte. In kontrollierten Experimenten konnten selbst erfahrene Aura-Seher ihre Fähigkeit nicht unter Beweis stellen.

Können Kinder die Aura sehen?

In esoterischen Kreisen wird oft behauptet, dass Kinder unter sieben Jahren noch die „reine Aura“ sehen könnten. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es nicht (Stuttgarter Zeitung). Kinder haben eine lebhafte Fantasie und neigen zu suggestiven Wahrnehmungen – das ist normal, aber kein Beweis für eine paranormale Fähigkeit.

Training zum Aura-Sehen – wissenschaftliche Kritik

Es gibt zahlreiche Kurse, die versprechen, das Aura-Sehen zu trainieren. Die Methoden basieren auf Wahrnehmungsübungen:

  • Fokussieren auf eine Person vor hellem Hintergrund
  • Wahrnehmen von Nachbildern (optische Täuschungen)
  • Interpretation dieser Nachbilder als „Aura“

Das Problem: Was die Teilnehmer sehen, sind Nachbilder – ein bekanntes physiologisches Phänomen, das auftritt, wenn die Netzhaut überreizt wird. Die Aura-Farben, die dabei wahrgenommen werden, sind zufällig und nicht reproduzierbar. Keine wissenschaftliche Studie hat je belegt, dass diese Farben mit dem Gesundheitszustand oder der Persönlichkeit des Betrachteten korrelieren (ingenieur.de).

Die Implikation: Aura-Sehen ist ein Wahrnehmungsphänomen – und ein lukratives Geschäft. Die Wissenschaft sagt: Wer es sieht, sieht keine physikalische Strahlung, sondern sein eigenes Gehirn.

Welche Sternzeichen haben eine besondere Aura?

Sternzeichen und Aura – astrologische Zuordnung

In der Astrologie wird jedem Sternzeichen eine bestimmte Aura-Farbe zugeordnet:

  • Löwe: Gold
  • Fische: Blau
  • Widder: Rot
  • Stier: Grün
  • Zwillinge: Gelb
  • Krebs: Silber/Perlgrau
  • Jungfrau: Braun/Beige
  • Waage: Rosa
  • Skorpion: Dunkelrot
  • Schütze: Orange
  • Steinbock: Grau/Schwarz
  • Wassermann: Violett

Diese Zuordnungen sind rein astrologischer Natur und haben keine wissenschaftliche Basis (Stuttgarter Zeitung).

Wissenschaftliche Perspektive

Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die einen Zusammenhang zwischen Sternzeichen und ultraschwacher Photonenemission nachweist. Die UPE ist ein biochemisches Phänomen, das von der Zellaktivität abhängt – nicht vom Geburtsdatum. In einer kontrollierten Laborumgebung wäre es unmöglich, anhand der Lichtemission auf das Sternzeichen eines Probanden zu schließen (ingenieur.de).

Magnetische Aura: Was ist damit gemeint?

Der Begriff „magnetische Aura“ stammt aus der Astrologie und beschreibt eine besondere Anziehungskraft bestimmter Sternzeichen (angeblich Löwe, Skorpion und Wassermann). Physikalisch betrachtet ist das ein Kategoriefehler: Ein Magnetfeld wird durch bewegte Ladungen erzeugt, nicht durch Persönlichkeitsmerkmale. Die Behauptung, dass bestimmte Menschen eine „magnetische Aura“ hätten, ist eine Metapher – keine physikalische Beschreibung (Stuttgarter Zeitung).

Der Trade-off: Wer sein Sternzeichen mit einer bestimmten Aura verbindet, sucht Orientierung in einer komplexen Welt. Die Wissenschaft kann diese Suche nicht erfüllen – aber sie kann sagen: Die Farbe Ihrer Aura hat nichts mit Ihrem Geburtsdatum zu tun. Was sie stattdessen beeinflusst, ist Ihr Stoffwechsel.

Zeitleiste: Die Geschichte der Aura-Forschung

  • 1930er–1970er: Erste systematische Forschung zu biophotonischer Strahlung durch Alexander Gurwitsch (UV-Strahlung an Zwiebelwurzeln)
  • 1960er–1990er: Fritz-Albert Popp entwickelt die Biophotonen-Theorie und misst ultraschwache Emissionen an Pflanzen und menschlichen Zellen (Der Spiegel)
  • 2020–2024: Entwicklung hochempfindlicher EMCCD-Kameras für schwache Lumineszenz
  • 20. Mai 2025: Studie von Oblak et al. veröffentlicht: Nachweis von UPE an lebenden Mäusen und Pflanzen (Der Spiegel)
  • Juni 2025: Breite Medienberichterstattung (WELT, MDR, SPIEGEL, BILD, ingenieur.de)
  • Zukunft: Mögliche Anwendung der UPE-Messung als Diagnostik für Vitalität und Stress (noch nicht validiert)

Was ist gesichert – und was nicht

Bestätigte Fakten

  • Lebende Organismen emittieren eine messbare ultraschwache Photonenstrahlung (Der Spiegel)
  • Diese Emission korreliert mit Vitalitätszustand und Stress (bei Pflanzen) (Stuttgarter Zeitung)
  • Die Emission erlischt bei Tod des Organismus (Stuttgarter Zeitung)
  • Die Messmethode (EMCCD-Kamera) hat eine Quanteneffizienz von über 90 Prozent (ingenieur.de)
  • Die Studie wurde im Journal of Physical Chemistry Letters veröffentlicht (Der Spiegel)
  • Keine wissenschaftliche Studie belegt einen Zusammenhang zwischen UPE und esoterischen Aura-Konzepten (Stuttgarter Zeitung)

Was unklar ist

  • Ob diese Emission eine biologische Funktion hat oder nur ein Nebenprodukt des Stoffwechsels ist
  • Ob die Messung als klinische Vitalitätsdiagnostik einsetzbar ist (keine Humanstudie)
  • Ob es einen Zusammenhang mit esoterischen Aura-Farben gibt – bisher keine Evidenz
  • Ob die UPE zur zwischenzellulären Kommunikation genutzt wird (Biophotonen-Hypothese)
  • Ob die Messung beim Menschen funktioniert und welche Aussagekraft sie hat

Stimmen zur Studie

„Wir können erstmals zeigen, dass Lebewesen eine eigene Lichtsignatur haben. Das öffnet die Tür für eine völlig neue Art der Vitalitätsmessung.“

– Daniel Oblak, Forschungsleiter (zitiert in Der Spiegel, 2. Juni 2025)

„Die Ergebnisse sind beeindruckend, aber sie bestätigen nur, was wir seit Jahrzehnten wissen: Dass Zellen Licht emittieren. Ein Beweis für eine ‚Aura‘ im esoterischen Sinne ist das nicht.“

– Dr. Sabine Weidner, Physikerin an der Universität Jena (zitiert in Stuttgarter Zeitung, 20. Mai 2025)

UPE-Messung: Chancen und Grenzen

Chancen

  • Nicht-invasive Vitalitätsmessung in Echtzeit
  • Mögliche Anwendung in der Transplantationsmedizin (Gewebebeurteilung)
  • Früherkennung von Stress bei Pflanzen (Landwirtschaft)
  • Wissenschaftlicher Durchbruch für die Biophotonenforschung

Grenzen

  • Keine Humanstudie – Übertragbarkeit unklar
  • Messung erfordert teure Spezialkameras (Kosten >50.000 Euro)
  • Keine klinische Validierung als Diagnostikmethode
  • Aura-Farben und -Schichten nicht nachweisbar

Der Trade-off: Die UPE-Messung ist ein wissenschaftliches Werkzeug, kein esoterisches Orakel. Wer darin den Beweis für die paranormale Aura sieht, wird enttäuscht. Wer einen neuen Vitalitätsmarker sucht, darf hoffen – aber noch nicht handeln.

Warum das wichtig ist

Die Medienberichterstattung über die Studie verwendet den Begriff „Aura“ oft unkritisch. Für die Leser bedeutet das: Die Schlagzeile „Forscher können Aura nachweisen“ ist technisch korrekt – aber irreführend. Denn die gemessene Aura ist keine paranormale Erscheinung, sondern ein physikalisches Signal. Wer diesen Unterschied nicht versteht, wird zum Opfer einer verzerrten Wahrnehmung, die Wissenschaft und Esoterik vermischt.

Was die Aura-Forschung für Sie bedeutet

Die Studie von Daniel Oblak und seinem Team ist ein Meilenstein – aber nicht für die Esoterik. Sie zeigt, dass Lebewesen tatsächlich ein messbares „Lebenslicht“ abstrahlen, das mit dem Tod erlischt. Dieses Licht ist jedoch kein siebenfarbiges Energiefeld, sondern eine extrem schwache biochemische Lumineszenz, die nur mit Spezialkameras sichtbar wird. Die Lektion für den deutschen Leser: Wer die nächste Aura-Fotografie auf dem Wochenmarkt sieht, weiß jetzt, dass sie keine physikalische Realität abbildet, sondern ein digitales Artefakt. Und wer hofft, dass sein Sternzeichen eine besondere Aura hat, sucht Trost in der Astrologie – nicht in der Wissenschaft. Die Entscheidung für den neugierigen Zeitgenossen ist klar: Die UPE als Vitalitätsmarker ernst nehmen – aber die esoterische Aura als das betrachten, was sie ist: ein kulturelles Phänomen, keine physikalische Tatsache.

Weitere Quellen

chip.de

Häufig gestellte Fragen

Was genau haben die Forscher gemessen?

Die Forschungsgruppe um Daniel Oblak hat die ultraschwache Photonenemission (UPE) von lebenden Mäusen und Pflanzen gemessen – eine natürliche, extrem schwache Lichtabstrahlung der Zellen. Verwendet wurden hochempfindliche EMCCD-Kameras in einer absolut dunklen Kammer (Der Spiegel).

Ist die Aura jetzt wissenschaftlich belegt?

Nein. Die Studie belegt eine physikalische Photonenemission – nicht die esoterische Aura mit sieben Schichten und Farben. Die gemessene UPE ist ein biochemisches Phänomen, kein paranormales Energiefeld (Stuttgarter Zeitung).

Handelt es sich bei der gemessenen Strahlung um das „Lebenslicht“ der Esoterik?

Nur im übertragenen Sinne. Die Esoterik verwendet den Begriff „Lebenslicht“ für eine angebliche Lebensenergie, die den Körper nach dem Tod verlässt. Die Wissenschaft misst eine Photonenstrahlung, die mit dem Tod erlischt – aber keinen Hinweis auf eine „Seele“ oder ein „Jenseits“ liefert (Stuttgarter Zeitung).

Warum kann man die Aura nicht mit bloßem Auge sehen?

Die UPE ist so schwach (wenige Photonen pro Sekunde pro Quadratzentimeter), dass selbst hochempfindliche Kameras sie nur in absoluter Dunkelheit messen können. Das menschliche Auge ist um den Faktor 1.000 bis 10.000 zu unempfindlich, um diese Strahlung wahrzunehmen (ingenieur.de).

Wo wurde die Studie veröffentlicht?

Die Studie wurde im Fachjournal Journal of Physical Chemistry Letters veröffentlicht (Der Spiegel). Es handelt sich um eine peer-reviewte Publikation, die dem wissenschaftlichen Standard entspricht.

Was bedeuten die Ergebnisse für die Aura-Fotografie?

Aura-Fotografien (z. B. Kirlian-Fotografie) zeigen elektrische Entladungen, die mit der UPE verwechselt werden. Die Farben in Aura-Fotos sind digital erzeugt und haben keine physikalische Grundlage. Die Studie unterstreicht: Was auf Aura-Fotos zu sehen ist, ist nicht die gemessene UPE (Stuttgarter Zeitung).

Können Tiere ebenfalls eine Aura haben?

Ja – aber nur im Sinne der UPE. Auch Mäuse emittieren, wie die Studie zeigt, eine ultraschwache Photonenstrahlung. Eine esoterische Aura mit Farben oder Schichten wurde bei Tieren nie nachgewiesen (Stuttgarter Zeitung).

Welche praktischen Anwendungen sind denkbar?

Die UPE-Messung könnte zukünftig als Vitalitätsdiagnostik in der Medizin eingesetzt werden – etwa zur Beurteilung von Gewebeschäden oder Organvitalität bei Transplantationen. Eine Humanstudie ist für 2026 geplant (ingenieur.de).

Verwandte Beiträge



Felix Marvin Wolf

Uber den Autor

Felix Marvin Wolf

Die Redaktion verbindet schnelle Updates mit klaren Einordnungen.